Leipzig, Sachsen, Stadt Leipzig

Monopol Leipzig

Leben, Kunst und gutes Karma – unter diesem Motto wird in Eutritzsch seit 2010 ein Ort für kreativschaffende Menschen entwickelt. Das ehemalige Areal der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein wird behutsam zu einem Gemeinschaftsort transformiert, an dem künstlerische Tätigkeiten und ‘Urban Farming’ aufeinandertreffen, um im Sinne einer regenerativen Entwicklung den Ort zu stärken. Dabei werden die Gebäude des Areals nach den Bedürfnissen der NutzerInnen unter der Wahrung des alten industriellen Charakters saniert.

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Die Lage

In Nordwesten Leipzigs, nur rund 1,5 km vom Zentrum entfernt, liegt das Monopol: Ein innerstädtisches, industriell-gewerbliches Areal als Ort zum Leben und Arbeiten für KünstlerInnen und Kreative. Der Komplex befindet sich am Eingang des Stadtteils Eutrizsch, einem ruhigen Mischgebiet aus Wohn- und Industriebebauung. Viele der bestehenden Gebäude in dem Quartier stammen aus den 1920/30er Jahren – so auch das Monopol. In 500 m Entfernung befindet die nächste Tram- und Bushaltestelle, sodass das Gelände gut an das Stadtzentrum angebunden ist.

Der Ort

Das Monopolgelände besteht aus mehreren Industriegebäuden, die seit 1922 als Sitz der Verwertungsstelle Leipzig der Reichs-Monopol-Verwaltung für Branntwein genutzt wurden. In der DDR gehörte das Gebäude der VEB Likörfabrik Zahna, später dann nach der Wende zog die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein in die Räumlichkeiten ein. Nach der Schließung der Betriebsstätte im Jahr 2008 wurde das Areal von der KUNSTWERK LEIPZIG Verwaltungsgesellschaft UG übernommen, deren Ziel es ist, dort die Kultur- und Kreativwirtschaft im Leipziger Norden zu fördern. Die Gebäude verschiedenster Größe und Substanz sind in einem guten Zustand und werden bereits seit vielen Jahren nichtkommerziell genutzt. An der nordöstlichen Seite des Areals befinden sich Wohn- und Kontorhäuser mit Klinkerfassade. Sie bieten Platz für  Atelierräume, Werkstätten und Wohnraum. Direkt gegenüber wurde das markante Gebäude (ehemaliges Fasslager der Monopolverwaltung) in den vergangenen Jahren durch die ‘Galerie bipolar‘ bespielt und im Rahmen von Formaten wie Offenes Atelier, KUNST:offen in Sachsen, Tage der Industriekultur sowie einer Veranstaltung im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.  Außerdem etabliert sich das jährliche Sommerfest, bei dem das Augenmerk auf Ausstellungen und ein vielfältiges Kulturprogramm gerichtet wird, als Veranstaltung für ganz Eutritzsch. Derzeit werden die Räumlichkeiten saniert, um weitere Ateliers sowie eine Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche mit ca. 250 qm zu schaffen. Gegenüber des Eingangsbereiches befindet sich eine fast quadratische ehemalige Lager- und Verarbeitungshalle mit Atelierräumen im Erd- und Obergeschoss. Der Kellerbereich soll künftig auch weiteren Raum für Arbeit bieten. Direkt hinter der Halle schließt ein kleiner Werkstatt- und Garagenkomplex das Gelände ab.

Die Menschen  

Auf Initiative der KUNSTWERK LEIPZIG Verwaltungsgesellschaft UG wurde das Monopolgelände gemeinsam mit Kreativen und KünstlerInnen einer neuen Nutzung zugeführt. Das Areal ist Dreh- und Angelpunkt für Kunst, Kultur (Malerei, Grafik, Bildhauerei, Restauration, Musik, Keramik, Modedesign, Bühnen- und Kostümbild, Fotografie, Theater) und weiteren unternehmerischen Tätigkeiten (Catering-Unternehmen, Weinhandel, Kaffeerösterei, Werbeagentur, Fabrik für Duft-Artikel, u.v.m.).

Leben und Arbeiten vor Ort

Der Ort ist eine Wirkungsstätte für Kreative und KünstlerInnen. Durch die Vermietung der Ateliers, der Schaffung von KünstlerInnenresidenzen und Veranstaltungsräumen entsteht ein vielfältiger Raum mit Potenzial für neue Arbeitsformen. Verbindendes Element des sozialen und kulturellen Lebens und Arbeitens ist der Gemeinschaftsbereich. Dabei steht der sensible Umgang zwischen den hier schaffenden Menschen im Miteinander sowie mit ihrer Umgebung im Vordergrund. Neben kreativen Projekten werden auch versiegelte Flächen renaturiert und in Beete, einen Obstgarten und Grünflächen transformiert. So sind Hühner, Bienenstöcke und verschiedene Projekte des ‘Urban Gardenings’ Teil des Monopolgeländes.

Zukunft vor Ort

Das Monopol ist vielen Kulturschaffenden bereits bekannt und soll sich perspektivisch zu einer festen Größe für Kunst und Kultur im Leipziger Norden entwickeln. Dafür werden weitere baulichen Maßnahmen erfolgen: Das Gebäude an der Südseite soll einen eigenen straßenseitigen Eingang erhalten und an der Nordseite in großen Teilen verglast werden. Geplant ist, die untere Etage des Gebäudes als Multifunktionsfläche für Lesungen, Konzerte und Ausstellungen umzugestalten. Im oberen Bereich werden weitere Ateliers inklusive Küche- und Badbereich entstehen. Zudem wird auch das Betongebäude am Kopf des Hofes weiter ausgebaut. Neben den oberen Atelierräumen soll hier die Nutzbarmachung der Kellerräume erfolgen. Ein besonderes Projekt ist der Umbau eines Großtanks zu einem ‘Think Tank’, der sich direkt an das Betongebäude anschließt. Damit entsteht Raum für KünstlerInnenresidenzen. Das Areal soll sich auch energetisch weitgehend selbst versorgen. Dafür wurde eine CO²-neutrale Photovoltaikanlage installiert, die das gesamte Gebäude rechnerisch weitgehend CO²-neutral mit Strom versorgt. Durch einen eigenen Brunnen des Monopols ist die Wasserversorgung für die Bewässerung der Beete und Freiflächen autonom gewährleistet.

Besonderheit

Durch die gute Instandhaltung der Gebäude in der Zeit ihrer Nutzung als Bundesimmobilie waren die Objekte beim Kauf 2010 in einem guten Zustand und konnten zum Teil ohne grundhafte bauliche Maßnahmen vermietet und sukzessiv ausgebaut werden. Die Weitläufigkeit des Geländes ermöglicht es, dass unterschiedliche Kreative im Monopol arbeiten und dabei rücksichtsvoll im Umgang miteinander sein können. Viel Initiative für das ‘Urban Farming’ kommt auch von Seiten der NutzerInnen.

Herausforderungen 

Das weitläufige Areal verursacht hohe Kosten, für die eine herkömmliche Bankfinanzierung schwer zu bekommen ist. Ohne den Einsatz von Eigenmitteln des Eigentümers hätte das Monopol nicht in diesem Umfang umgesetzt werden können. Auf lange Sicht soll sich das Monopol wirtschaftlich selbst tragen. Auf dem Weg dahin bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Grundstücksverwaltung und NutzerInnen. Dem Initiator ist es ein besonderes Anliegen, einen kreativen Austausch unter den NutzerInnen zu befördern, um so das Potenzial des Ortes auszuschöpfen. So können Synergieeffekte an einem urbanen Ort lebendig werden.

Fakten

Status:Im Ausbau
Engagement:KUNSTWERK LEIPZIG Verwaltungsgesellschaft UG
Grundstücksgröße:10.000 qm
Gebäudetypen:Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäude
Inhaberin:KUNSTWERK LEIPZIG Verwaltungsgesellschaft UG
Infrastruktur:In 500m Entfernung befindet sich eine Tram- und Busstation